Reiseroute:
Reisejournal
Oktober 2005
Am 8. Oktober waren wir endlich soweit, unsere Reise fortzusetzen. Ich hatte mir zwar kurz vorher eine
Bronchitis zugelegt, aber mit der wollte ich mich unterwegs auseinander setzen,
um, was unseren Abfahrtstermin anging, keine weiteren Verzögerungen in Kauf
nehmen zu müssen. Um 12 Uhr Mittags
rollten wir aus Michaels Ausfahrt in Richtung Michigan und über Battle Creek,
Kalamazoo und Grand Rapids in den Manistee National Forest, wo wir am Nichols
See, südlich der kleinen Ortschaft, Bitely, übernachteten. Der Campingplatz im Wald direkt am See war
nur schwach besucht und am nächsten Morgen erwachten wir zu herrlichem
Sonnenschein. Um 11:15 Uhr fuhren wir
weiter. Ein Großteil unserer Fahrt ging durch den Nationalpark und am späten
Nachmittag erreichten wir die Mackinac Brücke, welche die obere Halbinsel von
Michigan mit dem dichter besiedelten, südlichen Teil Michigans verbindet. Die Brücke ist 8038 m lang, sieht der „Golden
Gate Brücke“ in San Francisco ein wenig ähnlich und wurde am 1. November 1957
dem Verkehr übergeben. Man bezahlt eine
geringe Maut, um die Brücke zu überqueren und hat einen herrlichen Ausblick auf
zwei der Großen Seen: rechts der Huron See, links der Michigan See.
Fotos der Mackinac Brücke in Michigan.
Gleich nach der Brücke bogen wir auf die Bundesstraße US-2 in Richtung
Westen ab und fuhren am Michigan See entlang.
Die US-2 ist die nördlichste der durchgehenden Bundesstraßen und sie
endet an der Westküste etwas nördlich von Seattle, Washington.
Als der Hunger an uns nagte, hielten wir in Naubinway und aßen in einem
Diner zu Abend. Das Essen war nicht
besonders gut aber zumindest waren wir gesättigt. Wir fuhren noch eine kurze Strecke und in
Engadine neben einem sehr hübsch angelegten Stadtpark (oder eher „Dorfpark“)
schlugen wir unser Nachtlager auf. Am
nächsten Morgen ging es bei sonnigem Wetter um 9:45 Uhr weiter bis Manistique,
wo wir endlich eine Apotheke fanden.
Meine Bronchitis machte mir schwer zu schaffen und Wick Medinait sollte
nach den bisher verhusteten Nächten in den bevorstehenden Nächten etwas
Erleichterung schaffen. Medizin gesucht,
gefunden und weiter gefahren bis Escanaba, wo sich die US-2 vom Michigan See
abwendet und ins Hinterland abbiegt.
Nach dem enttäuschenden Essen am Abend zuvor, hatten wir uns am Morgen
vor der Weiterfahrt ein Picknick vorbereitet, welches wir auf einem Rastplatz
zwischen Crystal Falls und Iron River verzehrten. In den herrlichen Wäldern im nördlichen
Michigan, bei äußerst geringem Verkehr, guter und fast abgasfreier Luft da
schmeckt es einem dann so richtig gut!
Im Ottawa National Forest fanden wir am Marionsee einen wunderschönen
Stellplatz für die Nacht.
Fotos vom Marionsee im Ottawa Nationalpark
(nördliches Michigan).
Bild 1:
Bild 2:
Bild 3:
Bild 4: 
Am nächsten Tag fuhren wir nur eine kleine Strecke und kurz nachdem wir den
Bundesstaat Michigan verlassen hatten, mieteten wir uns in Saxon, Wisconsin auf
einem Campingplatz mit Stromanschluß und Kanalisation ein. Das Wasser war schon abgestellt, da die
Nächte bereits Frost hatten, aber wir konnten unseren Frischwassertank an der
Rezeption füllen, bevor wir zu unserem
Stellplatz fuhren. Die
Campingplätze der vergangenen Tage in den Nationalparks waren zwar wunderschön
gelegen, aber es fehlten jegliche Annehmlichkeiten. Unsere Abwassertanks begannen sich zu füllen
und der Frischwassertank war fast leer geworden. Der Campingplatz erwies sich als Paradies für
Lobo, es gab herrliche Spazierwege durch Wälder und Felder und da es mir am
nächsten Tag wegen meiner Bronchitis immer noch ziemlich mies ging, entschieden
wir, einen Tag zu verlängern. Den 12.
Oktober habe ich komplett verschlafen.
Danach ging es mir etwas besser.
Am 13. Oktober um 10:45 Uhr verließen wir Saxon. Die Fahrt durch Wisconsin ging durch
wunderschöne Wälder und Indianer Reservate hoch zum Oberen See. Um Superior, Wisconsin und Duluth, Minnesota
war dicker Nebel und wir bekamen nicht viel zu sehen, als wir die
Bundesstaatgrenze überschritten. Es kann
aber auch sein, dass es nur Smog und herkömmliche, starke Luftverschmutzung
war, denn ein Schornstein auf der Minnesotaseite des St. Louis Flusses, der die
Bundesstaatengrenze an dieser Stelle bildet, spie ganz entsetzliche Schwaden in
den Wolken verhangenen Himmel. Irgendwo
auf der Fahrt zu unserem nächsten Übernachtungslager überquerten wir einen
schmalen Bach mit einem Schild an der Brücke, das behauptete, dies sei der
Mississippi. Kaum vorstellbar, dass
dieses dünne Rinnsal einmal den mächtigen Mississippi Strom abgeben soll. In Deer River am Rande des Leech Lake Indianer
Reservats hielten wir bei einem Chippewa Indianer, der am Straßenrand Räucherfisch
verkaufte, um unser Abendessen zu sichern.
Er ließ mich erst kosten und der Fisch war wirklich ausgezeichnet. Ich kaufte dem Indianer zwei große Fische ab. Der Indianer war vom Aussehen her genau das,
was man sich unter einem gut aussehenden Indianer à la Karl May vorstellt. Nicht so ein mondgesichtiges,
übervollschlankes Wesen, wie man sie, leider Gottes, so oft sieht. Ich denke daran zurück, wie geschockt ich
war, als ich vor vielen Jahren meinen ersten Mescalero Apachen in New Mexiko zu
Gesicht bekam. Von wegen „edler
Winnetou“! Der Typ war kaum größer als
ich und kugelrund mit Doppelkinn. Und
die Mehrzahl seiner Stammesgenossen sahen ihm sehr ähnlich. Mein edler, roter Bruder, der
Räucherfischverkäufer vom tapferen Stamm der Chippewa war da schon ganz was
anderes! Schade, ich hätte fragen
sollen, ob er sich von mir fotografieren lassen würde. Er war sehr nett und hätte sicher nichts
dagegen gehabt, aber der Gedanke ein Foto von ihm zu machen, ist mir in dem
Moment leider nicht gekommen.
Am Winnibigoshi See schlugen wir im „Camp Winni“ mitten im Wald unser
Nachtlager auf. Wir hatten den ganzen
Campingplatz für uns alleine, von vierbeinigen Waldbewohnern abgesehen.
Viele Birken auf dem Weg zum Camp Winni:
Und noch ein paar Birken in Minnesota:
(Noch nie habe ich so viele Birken und auch Espen
gesehen, wie auf dieser Fahrt durch die nördlichen Wälder der USA)
Am nächsten Tag kehrten wir zur Zivilisation zurück. Es war wieder ein sonniger Tag, wie fast die
meisten bisher, und in Bagley, Minnesota hielten wir zum Mittagessen an. Wir hatten Büffelburger, frittierten
Blumenkohl mit Käsesauce und frittierte Zwiebelringe. War recht lecker!
Im westlichen Minnesota begann sich die Landschaft um uns herum zu
verändern. Die herrlichen Wälder wichen
dem Präriegras und das blieb, mit wenigen Ausnahmen, ziemlich beständig der
Anblick, der sich uns des Weiteren bot.
Kurz nach 16:30 überquerten wir bei Grand Forks die Bundesstaatgrenze nach
North Dakota dessen Hauptstadt Bismarck ist (bitte anklicken). 13 Meilen westlich von Grand Forks, North
Dakota gibt es eine Air Force Base. Ich hatte es, glaub’ ich, früher schon mal
erwähnt, dass die Militärcampingplätze meist besser ausgerüstet sind, als manche
anderen, von denen behauptet wird, dass sie wirklich super seien. Da wir auch im Commissary einkaufen gehen
wollten, beschlossen wir, ein paar Tage dort zu bleiben. Mit Chucks „Golden Access Card“ (eine Karte,
mit der Rentner in Nationalparks und dergleichen 50% verbilligten Einlass
bekommen) hatten wir bisher schon recht billig gecampt, aber auf dem
Campingplatz der Air Force wurde diese Karte auch anerkannt und wir bekamen für
nur $ 6.00 pro Nacht einen Campingplatz mit 50 amp Stromanschluss, Kanalisation
und Wasseranschluss mit dem besten Wasserdruck, den wir je hatten. Das war ein so tolles Angebot, dass wir uns
entschlossen, etwas länger zu bleiben, Wäsche zu waschen, Hausputz zu machen
und unser „Zugpferd“ mal ein wenig ruhen zu lassen. Bei derzeit $ 3,65 - $ 3,75 pro Gallone für
Diesel (1 Gallone = 3,79 L) und einem
Verbrauch von 29 L auf 100 km, wenn wir unser Häuschen ziehen, tut eine kleine
Verschnaufpause auch dem Portemonnaie ganz gut.
Leider stellte sich heraus, dass wir im „Funkloch“ saßen, was unseren
Satelliten-Internetanschluss anging, da es entlang der kanadischen Grenze ein
Gebiet gibt, wo wir keinen Zugang zu unserem Satelliten haben. Genau in diesem Gebiet befanden wir uns nun. Aber auch diese kleine Unannehmlichkeit war
keine große Katastrophe, denn die Bibliothek war ganz in der Nähe und dort
konnten wir mit deren WiFi und unserem Laptop an unsere E-Mails und ins
Internet. Wir hatten ursprünglich für
den 15. – 18. Oktober bezahlt, verlängerten dann aber einen Tag, denn eine
kleine selbstverschuldete Überschwemmung am Tag vor unserer geplanten Abreise,
als Chuck die Tanks reinigte und dabei vergaß, dass das Wasser noch lief,
nötigte uns einen „Austrockentag“ ab mit auf Hochtouren laufenden Ventilatoren
und Heizkörpern. Ein Einkaufsbummel in
Grand Forks, einmal chinesisch essen gehen und ein andermal in einem „Bar &
Grill Restaurant“, wo wir einen wirklich
guten Hamburger und richtig leckere Pommes vorgesetzt bekamen (gute Pommes haben
ja heutzutage Seltenheitswert, jedenfalls was meinen Gaumen angeht und deshalb
finde ich das erwähnenswert) und wo
sogar das amerikanische Weizenbier gut schmeckte, waren so unser Zeitvertreib
in diesen Tagen, wenn wir nicht gerade die Bude unter Wasser setzten, uns
anderweitig beschäftigten oder tolle Mondaufgänge bewunderten. (Bitte anklicken)
Das Wetter war während unseres Aufenthalts auf der Air Force Base anfangs
sonnig und warm, an meinem Waschtag war es geradezu ideal! Dann wurde es windig, später bedeckt,
schließlich kam Regen und es wurde viel kälter.
-- Wir telefonierten viel mit
Michael in diesen Tagen, denn seine Ex hatte sich nach der letzten
Gerichtsverhandlung am 14. Oktober bereit erklärt, ihm das volle Sorgerecht für
die Kinder zu überlassen, wenn er im Gegenzug seine Anklage zurück ziehen würde
und sie weiterhin das derzeit geltende Besuchsrecht behalten könne. Bei
dieser Gerichtsverhandlung hat sie scheinbar vor Gericht einen Meineid
geleistet und dann kalte Füße bekommen, denn gleich nach der
Gerichtsverhandlung hat sie Michael angerufen und gesagt, er kann die Kinder
haben. Das heißt, zuerst hat sie ihm nur
Katja angeboten und als Michael darauf nicht einging, hat sie gesagt, er kann
beide Kinder haben. Am 17. Oktober war
Michaels Geburtstag, das war wahrscheinlich das schönste Geburtstagsgeschenk,
das er sich wünschen konnte.
Am 19. Oktober war das Wetter wieder sonnig und warm, als wir kurz nach 14
Uhr unseren Platz räumten und weiter gen Westen / Südwesten durch die mehr oder
weniger flache Prärielandschaft fuhren.
Ab und zu sahen wir Seen und auch Ackerbau wurde betrieben. In Devils Lake verließen wir die Bundesstraße US-2 und bogen
nach Süden ab. Auf einer Art Dammstraße
fuhren wir über den See des Spirit Lake Indianer Reservats in dem die Dakota
Sioux Indianer wohnen. Bei Fort Totten,
(http://www.state.nd.us/hist/totten/totten.htm
), einem ehemaligen Fort und späterem Internat mit Schule für Indianerkinder
machten wir halt und knipsten ein paar Fotos. (Bitte anklicken)
Nördlich von New Rockford, North Dakota auf der Bundesstraße US-281
überquerten wir die kontinentale Wasserscheide.
Südlich von New Rockford nennt sich die US-281 „The Old West Trail“ und
bei Carrington auf der ND-200 West Landstraße sahen wir unsere erste Büffelherde:
Als wir in McClusky, North Dakota ankamen, machte uns ein Schild am
Straßenrand darauf aufmerksam, dass man am Stadtpark campen könne. Es war schon spät am Nachmittag und wir
hatten den ganzen Tag überhaupt keine Campingplätze oder sonstige Plätze
gesehen, die sich zum übernachten angeboten hätten, somit entschlossen wir uns,
uns den Stadtpark mal anzusehen. Welch angenehme Überraschung fanden wir dort
vor! Am Rande des Stadtparks waren
Stellplätze für Camper und Wohnmobile mit Wasseranschluss und Strom. Etwas abseits davon eine Stelle zum Ablassen
und Reinigen der Abwassertanks. Eine
kleine schwarze Box für die erbetene Gebühr von $10,00 auf Vertrauensbasis war
in der Mitte der Anlage aufgestellt. Das
Wasser war wegen der kalten Nächte schon abgedreht, aber wir waren schon
dankbar für den Strom, wir hatten ja genug Wasser im Tank. Die $ 10,00 waren Ehrensache und wir haben
einen Zettel mit dem Geld in die schwarze Box gesteckt und uns für die
Gastfreundlichkeit bedankt.
Der nächste Morgen war sonnig und kalt.
Als wir gefrühstückt hatten, mit Lobo Gassi gegangen und abfahrbereit
waren, bedeckte sich der Himmel und es wurde windig. Um 11:15 Uhr waren wir wieder unterwegs. Flachland und Prärie umgab uns bis Washburn,
dann wurde es etwas hügeliger und wir wechselten über zur Zeitzone der Rocky
Mountains, was bedeutete, dass wir unsere Uhren eine Stunde zurück stellen
mussten. Wir überquerten und folgten dem
Missouri Fluß eine Weile (bitte anklicken) bevor wir dann auf der Bundesstraße
US-85 nach Süden abbogen und bis zur Autobahn I-94 fuhren. Zwischen Belfield und Montana durchquerten
wir eine interessante Hügellandschaft (bitte
anklicken). Der Tachostand war 25874 als wir die Bundesstaatgrenze nach
Montana überquerten (bitte anklicken). Die Landschaft wurde wieder flacher, Prärie
und Ackerbau wechselten sich ab, bis es dann weiter westlich wieder hügeliger
wurde. In Glendive, Montana machten wir
Halt und übernachteten im Greenvalley Campingplatz, dessen Besitzer große
Katzenliebhaber zu sein schienen, eine Tatsache, die dafür sorgte, dass Scharen
von Katzen umherwanderten, was wiederum Lobo einen aufregenden Abend
bescherte. Er schien sogar nachts noch
davon zu träumen und war am nächsten Morgen ziemlich grantig. Um 11:40 Uhr brachen wir auf, fuhren auf der
I-94 weiter bis Miles City, Montana, wo wir auf der Landstraße MT-59 bis zur
Bundesstaatgrenze nach Wyoming (bitte
anklicken) fuhren. In Wyoming wurde
aus der MT-59 die WY-59 und unsere zweite Büffelherde begegnete uns. Ein paar
Jungbullen waren recht verspielt, jagten an mir vorbei, als ich die Herde
fotografieren wollte und erschreckten mich dabei nicht schlecht:
Bild 1:
Bild 2: 
Die Fahrt nach Gillette, Wyoming ging durch die Prärie, ab und zu sah man
ein paar Berge, gelegentlich eine Ölförderungsanlage und kurz vor Gillette ein
riesiges Kohleabbaugebiet im Tagebau.
Ellenlange Züge transportierten die Kohle ab und die Züge sahen wir noch
in den nächsten paar Bundesstaaten, durch die wir fuhren. Die Nacht vom 21. auf den 22. Oktober
verbrachten wir auf einem Walmart Parkplatz in Gillette. Zum Abendessen statteten wir einem Restaurant der Perkins
Restaurantkette einen Besuch ab und bekamen ein recht mittelmäßiges Mahl von
einer noch nicht mal mittelmäßigen Bedienung serviert. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war es
kalt und bedeckt. Die Wolken sahen nach
Schnee aus, doch wir hatten Glück und als wir um 12:15 Uhr abfuhren, nachdem
wir vorher noch ein paar Einkäufe erledigt hatten, schien die Sonne. Wir nahmen den Eindruck mit, dass die Leute
in dieser Gegend recht aggressiv sind.
Beim Verlassen von Walmart haben sich zwei Männer beinahe gekloppt, weil
der eine dem anderen aus Versehen den Weg mit seinem Einkaufswagen versperrt
hatte.
Wir fuhren weiter nach South Dakota (bitte anklicken) und ließen uns im
Angostura Erholungsgebiet an einem Stausee häuslich nieder. Es gab nur einen Stellplatz mit Wasser-,
Strom-, und Kanalisationsanschluss, aber niemand machte uns den Platz streitig,
denn außer einem Angler in einem Zelt war niemand da, als wir eintrafen. Den Sonntag verbrachten wir auf dem
Campingplatz, es war eine sehr kalte Nacht gewesen und wir mussten erst mal die
Wasserleitungen auftauen, dann habe ich Wäsche gewaschen und bin mit Lobo
spazieren gegangen. Abends haben wir Bratwürste gegrillt und am nächsten Morgen
sind wir in die „Black Hills“ zu Mount Rushmore gefahren. Unterwegs begegneten wir wieder einer
Büffelherde und diesmal waren wir ganz nah dran: (Bitte
anklicken) und (noch
mal anklicken).
Auf dem Parkplatz von Mount Rushmore wurden wir von diesem netten Wesen
begrüßt: 
Die „Black Hills“ sind ein Sandsteingebirge und man sieht mitunter
Steinformierungen, die sehr an das Elbsandsteingebirge erinnern.
Bilder von Mount Rushmore:
Wir waren zwar schon ziemlich müde vom vielen Laufen am Fuße von Mount
Rushmore und dem anschließenden Spaziergang für Lobo im Wald (da Lobo wieder
mal nicht mit durfte und im Auto bleiben musste, während wir die
Präsidentenköpfe aus allen möglichen Richtungen beguckten), fuhren dann aber
doch noch zum „Crazy Horse Indianer Denkmal“ (http://www.crazyhorse.org/ ), das im
Moment erst soweit gediehen ist: (bitte anklicken) und wenn es fertig ist, im
Großformat etwa so aussehen soll: (bitte anklicken). In Custer haben wir auf der Rückfahrt zum
Campingplatz im „Dark Horse“ Restaurant zu Abend gegessen und zum ersten Mal in
unseren Leben Elch Steak gegessen. Nicht
schlecht, allerdings hatte ich erwartet, es würde mehr wie Hirsch
schmecken. Von den angeblich 100
Biersorten, mit denen sich das „Dark Horse“ rühmt und die auf der Getränkekarte
stehen, fehlte ausgerechnet das Erdinger Hefeweizen, das wir bestellt
hatten. Ein kleines Stück von dem Elch
Steak haben wir für Lobo aufgehoben und ihm im Auto gefüttert.
Ihm schien es auch zu schmecken
.
Am 25. Oktober blieben wir den ganzen Tag auf dem Campingplatz, ich bin mit
Lobo spazieren gegangen, habe Brot gebacken und Chuck hat sich um unseren
Satellitenempfang für deutsches Fernsehen gekümmert, der aus irgendwelchen,
unerklärlichen Gründen nicht auf Anhieb funktionieren wollte. Am Abend sind wir nach Oelrichs gefahren,
aber da gab es nichts zu sehen, außer einem tollen Sonnenuntergang, den wir
auch vom Campingplatz aus hätten sehen können.
Also fuhren wir über Hinterpfade durch die Prärie auf staubigen Straßen
zurück zu unserem Heim am See. Der
nächste Tag war warm und sonnig und wir mussten unsere Vorräte
auffrischen. Zuerst fuhren wir ans
andere Ende des Sees, um die anderen beiden Campingplätze des Erholungsgebiets
zu begutachten und dann nach Hot Springs zum Einkaufen. Die Lebensmittel schienen uns ziemlich teuer
und wir kauften nur, was wir unbedingt brauchten. Wir schauten uns noch die Stadt an, die sehr
schöne Gebäude aus Sandstein vorzuweisen hatte (http://www.hotsprings-sd.com/city_county.htm
) und stießen alsdann auf das Polizeigebäude.
Wir fanden dieses so witzig, dass wir anhielten und einen der Polizisten
baten, sich vor seinem Dienstgebäude von mir fotografieren zu lassen, was er
bereitwillig tat:
Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite stand das Gefängnis mit einem
kleinen, zur Straße hin offenen Hof, der mit einem hohen Maschendrahtzaun
umgeben war. Auf dem Hof stand eine in
schwarz-weiß gestreifter Zuchthäusleruniform gekleidete Gestalt, so wie in
alten Zeiten. Es war eine junge
Indianerin, die am Zaun angelehnt den Aktivitäten in der Freiheit zuschaute. Die ganze Sache wirkte irgendwie
grotesk. Ich habe ihr zugewinkt und sie
lachte mich an und winkte zurück. Das
hätte ich fotografieren sollen, aber mir war es irgendwie peinlich und somit
ließ ich es bleiben.
Unser letztes Ziel für diesen Tag war das Museum der
Mammutknochenausgrabungen (ß bitte anklicken). Vorher mussten wir uns aber noch
stärken und das geschah in einem guten mexikanischen Restaurant, wo ich mir
„Chile Rellenos“ (Grüne Chileschoten mit Käse gefüllt und mit Teig überbacken)
zu Gemüte führte. Sie waren
himmlisch! Chuck hat Chimichangas
bestellt und die waren auch vorzüglich!
Das Museum mit den Ausgrabungen war sehr interessant (bitte anklicken) und was uns ganz besonders
gefiel, war, dass man die Funde dort gelassen hat, so wie man sie gefunden hat,
statt alles in ein Museum abzutransportieren. Das Museum wurde stattdessen
direkt über den Ausgrabungen erbaut.
Am nächsten Tag hat Chuck lang geschlafen und am Nachmittag sind wir nach
Keystone gefahren. Das ist der
eigentliche Ausgangspunkt, um Mount Rushmore zu besuchen, wenn man von der
anderen Seite kommt. Es entpuppte sich
als ein typischer Touristenort, in dem alles irgendwie Hollywood mäßig
aufgezogen ist. Es war nicht viel los,
denn die Hauptsaison ist vorbei und das macht alles viel angenehmer. Wir blieben nicht lange und fuhren auf der US
16 nach Rapid City, vorbei am Filmset, wo „Der mit dem Wolf tanzt“ gefilmt
wurde (Spielfilm 1990 mit Kevin Costner).
Wir entdeckten, dass sich in Rapid City eine Air Force Base befindet und
fuhren kurz zum Commissary, um noch ein paar Vorräte einzukaufen und steuerten
dann in Richtung Campingplatz, wo wir erst bei Dunkelheit wieder eintrafen.
Da wir unseren Stellplatz erst um 16 Uhr räumen mussten, hatten wir am
nächsten Tag Zeit alles gemütlich anzugehen, um uns auf unsere Abreise
vorzubereiten. Das Wetter war warm, der
Himmel bedeckt und der Wind wehte ziemlich stark. Wir fuhren auf der US-385 in südlicher
Richtung, überquerten die Bundesstaatgrenze nach Nebraska (ß bitte anklicken) und verbrachten die Nacht in Chadron,
nur etwa 70 km südlich von unserem Campingplatz am Angostura Stausee. Am nächsten Morgen überquerten wir die Pine
Ridge Berge und fuhren Richtung Alliance an der Bahnlinie entlang, wo wir immer
noch an den Kohlezügen aus Wyoming vorbeifuhren. Prärie, Ackerbau und Rinder auf den Weiden
prägten die Landschaft. Ein riesiger
Berg von Zuckerrüben erhob sich an einer Stelle, wo man mit gigantischen
Maschinen die Rüben ablud. In Bridgeport
bogen wir von der US-385 auf die US-26 ab und fuhren zum „Chimney Rock
Pioneer Crossing Campingplatz“ (ß bitte anklicken). Der Campingplatz wird von einem
Rancherehepaar geführt, ist um diese Jahreszeit leer und befindet sich auf dem
Gelände ihrer Ranch. Einen „Trading
Post“ haben sie auch dabei, dieser ist jetzt allerdings geschlossen, aber der
Campingplatz ist offen. Da wir die
Toiletten und Duschen der Anlage nicht benützen, überließ uns der Rancher einen
Stellplatz mit Stromanschluss, Wasser und Abfluss für $ 12,00 pro Nacht. Damit kann man leben. Tag und Nacht fahren in nicht allzu großer
Entfernung die Kohlezüge vorbei, aber man gewöhnt sich daran. In der ersten Nacht wurden die Uhren auf
Winterzeit umgestellt und somit schien es, als ob wir am nächsten Morgen eine
Stunde länger schlafen konnten.
Hier ein paar Bilder vom Chimney Rock (Kaminfelsen oder Schornsteinfelsen),
der von den Indianern „Elch Penis“ genannt wurde, was aber den puritanisch
eingestellten Pionieren zu obszön war und deshalb umgetauft wurde.
Bild 1:
Bild 2:
Bild 3:
Bild 4:
Chimney Rock Webseite
(ß bitte anklicken)
Am Sonntag besuchten wir das Besucherzentrum von Chimney Rock, welches ein
kleines Museum behaust und fuhren danach von unserem Ranch-Campingplatz aus
nach Scottsbluff, um etwas gegen Durchfall zu kaufen, da es uns alle erwischt
hatte (auch Lobo).
Montag, d. 31. Oktober war Halloween und erwies sich auf der Prärie als ein
sehr ruhiges Erlebnis, niemand klopfte an die Tür, um Süßigkeiten zu
erbetteln. Chuck hatte den ganzen Tag
Ohrenschmerzen und verbrachte etliche Stunden im Bett. Ich verbrachte den Tag am Computer, um an
unserem Reisebericht zu arbeiten und so klang der Monat Oktober aus.
Tachostand bei Abfahrt von Fort Wayne, Indiana am 8.
Oktober 2005: 24100 Meilen
Tachostand am 31. Oktober 2005 in Nebraska: 26989 Meilen
Zurück gelegte Entfernung:
2889 Meilen = 4 650 km
Fortsetzung folgt,
sobald es wieder etwas Neues zu berichten gibt.
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