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Reisejournal

März 2005

 

Am 1. März um 13:45 Uhr haben wir Fort Wayne verlassen.  Schneegestöber folgte uns dicht auf den Fersen und wir entschieden uns, unsere Reiseroute etwas nach Süden zu verlegen, statt durchs nördliche Ohio in Richtung Osten zu fahren, wie ursprünglich geplant.  In Van Wert (Ohio) bogen wir von der US-30 in südlicher Richtung ab, um dann auf der Autobahn (I-75) über Dayton & Columbus (Ohio), Wheeling & Morgantown (West Virginia) und Hagerstown (Maryland) nach Washington DC zu fahren.  Leider haben wir es nur bis Troy geschafft (etwas nördlich von Dayton), denn ein Blizzard holte uns ein, in dem wir uns dann auf den Landstraßen, die uns zur Autobahn bringen sollten, ein wenig verfahren haben, da wir die Straßenschilder nicht sehen konnten.  Die südlichere Route brachte uns keine Erleichterung und die Schneewehen machten das Fahren sehr beschwerlich.  Wir entschlossen uns somit auf einem Walmart Parkplatz zu übernachten, als kurz vor Dayton von der Autobahn aus ein Walmartschild zu sehen war.  Die Nacht war sehr kalt und da unsere Heizung ständig anging und wir den Generator nicht laufen hatten, waren am nächsten Morgen unsere beiden mittelgroßen Marinebatterien leer.  Chuck machte sich bei Walmart auf die Suche nach etwas potenteren Batterien, wurde aber nicht fündig.  Allerdings schien die Sonne und wir brachen guter Dinge auf.  Unterwegs hatten wir dann wieder öfters Schneegestöber und es war immer noch sehr kalt.  Als ich am Straßenrand ein Reklameschild für ein Geschäft entdeckte, das sich auf Ausrüstung für Wohnmobile und Boote spezialisierte, machten wir uns auf die Suche danach und kauften dort zwei der größten Marinebatterien, die sie hatten.  Kurz nach Wheeling, West Virginia machten wir noch einmal Halt zum Einkaufen,  bei Cabela’s (http://www.cabelas.com ), einem riesigen Sportgeschäft, und wir kauften uns Schneeschuhe, damit wir mit Lobo leichter im tiefen Schnee spazieren gehen können, ohne bis zu den Knien einzusinken.   Es war schon dunkel, als wir in Morgantown, West Virginia ankamen und nach längerem Suchen entdeckten wir wieder einen Walmart, wo wir übernachteten.  Die Nacht vom 2. auf den 3. März war auch sehr kalt, im Wohnmobil selbst war es warm, die neuen Batterien in Tandem mit den alten schafften die Heizung problemlos und wir mussten den Generator nicht anstellen.  Er ist ziemlich laut.  Am nächsten Morgen waren allerdings die Wasserleitungen eingefroren und wir mussten unser Trinkwasser flaschenweise bei Walmart holen.  Chuck glaubt jetzt die Stelle zwischen dem Wassertank und dem Spülbecken, Toilette, Waschbecken und Dusche gefunden zu haben, wo die Wasserleitung nicht gut isoliert ist und wird sie dort, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt, entsprechend abdichten.  Wir haben zwar nicht vor, nächsten Winter noch einmal im kalten Klimabereich zu überwintern, aber schaden kann’s ja nicht! 

Nach dem Frühstück machten wir noch ein paar Einkäufe bei Walmart und fuhren um 9:50 Uhr los.  In den Bergen von West Virginia und Maryland schneite es ab und zu noch.  Wir fuhren auf der I-68 und langsam wurde es wärmer draußen. In Hagerstown, Maryland hatten wir schon 4°C und als wir in Gaithersburg, Maryland ankamen, waren es 15°C.  Wir übernachteten in Gaithersburg vor den Toren der Firma, die unsere Satellitenanlage auf unserem Wohnmobil installiert hatte, denn wir hatten am nächsten Morgen einen Termin mit einem der Installateure, um eins der LNBs reparieren zu lassen.  Nach einem ausgiebigen Gassi mit Lobo und vollendeter Reparatur fuhren wir gegen Mittag weiter nach Virginia.  Wir kamen so gegen 15 Uhr, völlig salzverkrustet von den gestreuten Autobahnen an unserem geliebten Lunga See an (wo wir schon im Oktober, am Anfang unserer Reise, gecampt hatten) und nachdem wir Fenster geputzt und alles aufgebaut hatten, fuhren wir nach Stafford, an unserem alten Haus vorbei, von welchem die neuen Besitzer sämtliche Blumenkästen abmontiert hatten und das somit ganz fremd auf uns wirkte.  Danach sind wir in ein neues, mexikanisches Restaurant gegangen, welches noch nicht ganz fertig war, als wir im Herbst Stafford verlassen haben.  Das Essen war vorzüglich, die Preise gesalzen, unsere Stimmung gut.

Das Wochenende (5. & 6. März) verbrachten wir mit Einkaufen, am See spazieren gehen, Lobo bürsten auf dem Steg am See und wir genossen die Ruhe und das schöne Wetter.  Am Montag morgen sind wir um 4:30 Uhr aufgestanden und nach Washington zur Augenklinik gefahren, wo Chuck seinen Termin hatte.  Danach, auf der Rückfahrt zum See,  bin ich in Woodbridge mit Lobo spazieren gegangen, während Chuck beim Baumarkt ein paar Einkäufe tätigte.  Lobo und ich sind in das Wäldchen gegangen, wo wir vor einigen Jahren das Lager eines Obdachlosen entdeckt hatten und den wir, als wir noch in Stafford wohnten, gelegentlich mit Geld und kleinen Geschenken unterstützt hatten, die wir in seinem Schlupfloch hinterließen.  Wir haben ihn nie selbst gesehen, aber nach unserem Besuch am Hl. Abend 2002, bei welchem wir ihm warme Kleidung, Weihnachtsgebäck und nützliche Dinge für seinen Lebensstil, hübsch in Weihnachtspapier verpackt, hingelegt hatten, konnten wir bei einem darauf folgenden Besuch sehen, dass er von unseren Gaben Gebrauch machte.  Als wir diesmal hinkamen, war das Lager abgebrannt, öde und verlassen.  Wahrscheinlich hat man ihn entdeckt und vertrieben (oder eingesperrt).

 

Die Nacht zum 8. März wurde wieder kalt und am Morgen begann es zu schneien. Es blieb anfangs nicht viel liegen von der weißen Pracht, da der Boden noch so warm war, aber die Temperaturen fielen beständig und nach einer Weile sah die Landschaft um uns herum aus, wie von Puderzucker bestreut. Der Strom am Campingplatz fiel für mehrere Stunden aus.  Nachmittags kam die Sonne raus, aber wir faulenzten im Wohnmobil, ich habe gehäkelt und gelesen, Chuck hat sich am Computer betätigt und Lobo hat geschlafen.  Ein schöner Spaziergang in der weißen Landschaft war natürlich auch noch mit drin, sowie ein längeres Telefongespräch mit Michael, der uns anrief, um uns über die Geschehnisse in Fort Wayne auf dem Laufenden zu halten.

 

Die nächsten paar Tage (9. – 14. März) waren „Arbeitstage“: Hausputz, Wäsche waschen, Tierarztbesuch bei unserem alten Tierarzt zwecks Impfung für Lobo, Einkaufen, Medikamente bei der Apotheke abholen und ähnliches mehr.  Am 12. März gab unser Laptop seinen Geist auf und nachdem Chuck mehrere Tage unermüdlich versuchte ihn wiederzubeleben, entschlossen wir uns, einen Ersatzlaptop zu kaufen und das kaputte Gerät an HP zurückzuschicken.  Es steht noch 2 Jahre unter Garantie und war so das „tollste, beste und feinste“ was in dieser Kategorie vor einem Jahr angeboten wurde.

 

Am 15. März besuchten wir in Washington das „Internationale Spy Museum“

 (http://www.spymuseum.org/index.asp [\\ bitte anklicken]) und auf dem Rückweg zum See hielten wir bei „Best Buy“ und kauften einen neuen HP Laptop.  Sozusagen der „kleine Bruder’ von unserem anderen aber ausreichend für Zugang zum Internet und um unsere E-mails abrufen zu können, oder Microsoft Office benützen zu können.  Für meine Grafikprogramme ist er allerdings zu „schwach auf der Brust“, daher wird dieser Reisebericht nicht so grafisch untermalt sein, wie die bisherigen.

 

Am Tag darauf habe ich unseren Pick-up zur Werkstatt gefahren, da die Bremsen manchmal quietschten.  Chucks schlechtes Gehör verhinderte, dass er es auch hörte und ich wollte, dass ein Fachmann mal nach dem Rechten sieht.  Es war aber alles in Ordnung, die Bremsbeläge seien nur etwas „glasiert“ (das ist die wörtliche Übersetzung der Diagnose des Automechanikers.  Keine Ahnung, ob man das auf Deutsch auch so sagt), verursacht durch das hohe Gewicht unseres Wohnaufliegers und ich solle mir keine Sorgen machen.   Am Abend hatte ich einen Kaffeeklatsch mit meinen ehemaligen Nachbarinnen in Stafford und die nächsten beiden Tage verliefen völlig ereignislos, außer Chucks heroischem Versuch, unser Wohnmobil von seiner Salzkruste zu befreien, was ihm letztendlich auch gelang.

 

Am Samstag d. 19. 3. fuhren wir los in Richtung New York, um dort Gabriele Michel abzuholen, eine ehemalige Arbeitskollegin von Abbott, die dort Urlaub machte und die ein wenig mit uns herumreisen wollte.  In Elkton, Maryland musste mal wieder, mangels eines geeigneteren oder landschaftlich malerischeren Ortes, ein Walmart Parkplatz als Übernachtungsstätte für uns herhalten.  Ich schlief sehr schlecht, am nächsten Morgen goss es in Strömen und wir fuhren kurz vor 12 Uhr ab, da ich morgens nicht so recht in Schwung kam.  Wahrscheinlich war ich wohl auch ein wenig unaufmerksam, als ich die Erker einfuhr, denn als wir am Abend auf einem Truckstop kurz vor Suffern, New York (nordwestlich von New York City) unser Camp aufschlugen und die Erker ausfuhren, war der ganze Teppich auf der Couch/Esszimmerseite nass und wir glaubten erkennen zu können, wo ich den Erker nicht ganz eingefahren hatte.  Es hatte den ganzen Tag in Strömen gegossen und wir saugten einen halben Eimer Wasser aus dem Teppich mit dem Nass/Trocken-Staubsauger.  (Da kommt Freude auf! )

Am Montag (21. 3.) haben wir Gabriele in Tarrytown, New York (nördlich von New York City) um 12:30 Uhr abgeholt, aber nachdem wir den ganzen Morgen herumtelefoniert hatten, um einen offenen Campingplatz zu finden, wegen Stromanschluss zum Austrocknen unseres Teppichs, mussten wir klein beigeben und in Richtung Süden fahren.  Eigentlich war eine Fahrt zu den Niagarafällen geplant, aber der einzige Campingplatz dort oben, der vor dem 1. April aufmacht, hatte wegen starker Schneefälle den Öffnungstermin dieses Jahr bis auf weiteres verschoben, wie man uns am Telefon mitteilte. Chuck fand stattdessen einen Campingplatz in Strasburg, Pennsylvania, der das ganze Jahr über offen hat.  Dort kamen wir um 18:30 Uhr an, ließen uns häuslich nieder und heizten, was das Zeug hergab und der Ventilator lief auf Hochtouren, um den Teppich zu trocknen. Es war ziemlich eng im „Häuschen“ denn alles, was im nassen Eck gestanden hatte, musste anderswo untergebracht werden.  Aber das haben wir auch irgendwie hingekriegt. Gabriele schlief auf dem Bett, das man aus der umgebauten Eß-Nische macht und schien es weder zu kurz noch unbequem zu finden.

 

Strasburg liegt in Lancaster County.  Dort sind die AMISH von Pennsylvania beheimatet.  Am nächsten Morgen sind wir zu „Cracker Barrel“ frühstücken gegangen, haben danach einen Bummel durch die Fabrik-Outlets gemacht und anschließend das Amish Museum besucht. http://800padutch.com/avillage.html .  Abendessen war zuhause im halbtrockenen Wohnmobil und der nächste Tag war wieder Regen pur und wir sind daheim geblieben und haben unseren Ausflug zum Hershey Schokoladen-Museum (http://www.hersheys.com/chocolateworld/chocolate_tour.shtml ) auf den 24. 3. verlegt.  Da unser Stellplatz über Ostern vorreserviert war, mußten wir am Freitag den Campingplatz außerhalb von Strasburg verlassen.  Chuck hatte inzwischen einen Campingplatz in Carlisle gefunden, der das ganze Jahr über offen hat und reservierte uns dort ein Plätzchen, denn der Wetterbericht für die Niagarafälle war immer noch miserabel. Inzwischen war unser Teppich  wieder ganz trocken und wir fuhren die 113 km bis Carlisle bei bedecktem Himmel, aber im Trockenen (drinnen und draußen).

Wir kamen am frühen Nachmittag an unserem neuen Standort an und nachdem wir aufgebaut und abgekoppelt waren, fuhren wir in die Stadt und haben im „Gingerbread Man“ (http://www.dickinson.edu/carlisle/gman.html), einer höchst beliebten, alt eingesessenen Studentenkneipe zu Abend gegessen.  Am Samstag habe ich Gabriele und Chuck rausgeschmissen, damit ich mich dem Hausputz widmen konnte und die beiden sind währenddessen zum Einkaufen gefahren.  Mir ging es nicht so gut, eine Bronchitis hatte mich mal wieder am Schlafittchen, daher fanden sie mich im Bett vor, als sie von ihrem Ausflug zurück kamen.  Am Ostersonntag ging es mir immer noch ziemlich schlecht.  Das Wetter war außerdem scheußlich und somit blieb ich wieder daheim, während Gabriele, Chuck und Lobo zum Flohmarkt fuhren, wo Gabriele einen sehr ungewöhnlichen Türklopfer aus Messing erstand, der zusätzlich mit einer Glocke  versehen war.  Am Abend sind wir nach Mount Holly Springs zur „Deer Lodge“ gefahren, wo Gabriele uns  zum Ostermahl eingeladen hat.  Es regnete ohne Pause und als ich am Ostermontag die Betten machen wollte, stellte sich heraus, dass Chucks Bettdecke nass war.  Er wehrte sich ganz entrüstet, als ich ihn fragte, ob er ins Bett gemacht hätte.  Er konnte es mir auch schnell beweisen, dass er unschuldig war:  Das Wasser tropfte vom Schacht der Klimaanlage  an der Decke über seinem Bett auf die Bettdecke.  Nachdem der Schaden behoben war, legte ich mich wieder ins Bett, um meine Bronchitis auszuheilen.  Gabriele, Chuck und Lobo machten sich an diesem wie auch am nächsten Tag ohne mich auf, Carlisle, das Kapitol in Harrisburg und unsere nähere Umgebung zu erkundschaften.  Wir verfolgten eifrig die Wettervorhersagen im Fernsehen und es wurde uns allmählich klar, dass wir unseren Standort verlegen mussten, um wenigstens ein klein wenig Erleichterung von dem schrecklichen Wetter zu bekommen.  Die Niagarafälle mussten vorerst ganz ausfallen, dort schneite es immer noch.  Also entschieden wir uns für Dover im Bundesstaat Delaware, wo wir am Abend des 30. März eintrafen.  Unser Campingplatz war am Ende vom Dover Airforce Base.  Der Fluglärm hielt sich Gott-sei-Dank in Grenzen und für zwei Tage waren wir dem Regen entronnen.  Wir fuhren am nächsten Tag zum Strand, wo wir einen schönen Spaziergang mit Lobo machten und kehrten dann auf Umwegen wieder zurück zu unserem Stellplatz. 

 

 

Fortsetzung folgt, sobald es wieder etwas Neues zu berichten gibt.

 

 

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