Reisejournal
April 2005
Reiseroute:
Der April begann für uns im
Bundesstaat Delaware. Gabriele war noch bei
uns und wir waren froh, dem miesen Wetter, das uns in Pennsylvania heimgesucht
hatte, entflohen zu sein.
Am 1. April haben wir uns Dover
angesehen und das Kapitol von Delaware.
Danach sind wir ins Victrola Museum (http://www.destatemuseums.org/jvm/museum.html
), wo wir alte Grammofone bewundern konnten. Damit Lobo auch etwas vom Tage
hatte, schloss unser Nachmittagsausflug mit einem Strandspaziergang. Am Abend hat uns Gabriele zum Essen in einem
Restaurant eingeladen, das sich auf die Früchte des Meeres spezialisierte und
am nächsten Morgen wollten wir eigentlich mit Sack und Pack in Richtung New
York aufbrechen, um Gabriele an ihrer nächsten Reisestation abzuliefern. Als wir aufwachten, regnete es so stark, dass
wir uns nach mehreren Anläufen entschlossen zu warten, bis der Regen
nachließ. Es war der 2. April, unser 37.
Hochzeitstag und der Himmel weinte! Wir
warteten den ganzen Tag und es schüttete wie aus Kübeln. Unsere Umgebung stand teilweise unter Wasser
(siehe Fotos) und unsere Satellitenanlage
fing an zu spinnen und wir verloren jegliche Internetverbindung. Am späten Nachmittag wurde im gegenseitigen
Einvernehmen entschieden, dass wir bleiben würden, bis sich die Lage etwas
entspannte. Wir verlängerten unseren
Stellplatz für’s Wohnmobil bis Dienstag und als der Regen am darauf folgenden
Tag (Sonntag, 3. April) etwas nachließ, fuhren wir Gabriele nach New York und
kehrten am Abend zurück zum Wohnmobil in Dover.
Am Montag als wir aufwachten, strahlte die Sonne, nicht ein Wölkchen war
am Himmel, aber es wehte ein unglaublich starker Wind mit teilweise
orkanartigen Böen. Chuck versuchte den
ganzen Tag erfolglos unsere Internetverbindung wieder herzustellen und ich
beschäftigte mich mit Wäschewaschen. Das
Aufhängen der Bettwäsche war bei dem starken Wind ein ziemliches Unterfangen,
aber alles trocknete in Windeseile.
Chuck rief bei der Firma in Maryland an, die unsere Satellitenanlage
installiert hatte, um einen Termin zu vereinbaren und am Dienstag fuhren wir
los, um die Anlage reparieren zu lassen und aufzurüsten, um eine schnellere
Internetverbindung zu bekommen. Bei der
Satellitenfirma angekommen, parkten wir am Ende der Straße, übernachteten dort
und am nächsten Morgen begannen die Arbeiten an der Anlage. Wie meistens bei solchen Dingen, gab es
Schwierigkeiten und wir mussten eine zweite Nacht dort verbringen. Am nächsten Morgen wachten wir durch lautes
und energisches Klopfen an der Tür auf und ein Polizist verlangte eine
Erklärung, warum wir immer noch da seien.
Scheinbar hatte er uns schon am Tag unseres Eintreffens entdeckt und
eine Nacht „wild campen“ scheint in Ordnung zu sein, aber wer länger bleibt,
wird verwarnt. Als wir ihm erklärten,
warum wir noch da waren, sah er von einer Verwarnung ab, forderte uns aber auf,
ein paar Meter vorzufahren, angeblich um es Lastwagen leichter zu machen, in
die Einfahrt hinter uns rein fahren zu können
Okay, no problem! Der Tag
verlief ansonsten ereignislos und als die Sat-Anlage am Abend immer noch nicht
lief, nahm der Installateur das Teil, das nicht so wollte, wie es sollte, mit
in seine Werkstatt und wir fuhren los in Richtung Manassas in Virginia, wo es
einen tollen Campingladen gibt.
Unterwegs hatte Chuck Gelegenheit zu beweisen, was er schon alles
gelernt hatte in Punkto „Umkehren mit Anhänger“, als wir nämlich auf einer
Landstraße an eine Bahnunterführung kamen, die nur 3,65 m hoch war und uns mit einer Gesamthöhe von 4
Metern die Klimaanlagen auf dem Dach wegrasiert hätte. Es regnete in Strömen und nachdem ich Chuck
mit dem Zurücksetzen des Gespanns geholfen und zwischendurch den anderen
Verkehrsteilnehmern aus beiden Richtungen durch Winken und fachmännisches
Schwingen der Arme das Vorbeifahren ermöglicht hatte, war ich patschnass. Noch eine kleine Anekdote an dieser
Stelle: einer der Fahrer, dem ich vorbei
half, rollte sein Fenster runter und meinte, auf der anderen Seite der
Unterführung sei eine Stelle, wo wir ganz leicht umkehren könnten. ![]()
Nach diesem Erlebnis mit der
Bahnunterführung besorgte sich Chuck als erstes ein Lasermeßgerät, denn nicht
immer sind die Unterführungen und Tankstellen gekennzeichnet, was die Höhe
angeht und manchmal bin ich mir meines Augenmaßes nicht so ganz sicher, wenn
ich aussteige und Chuck sich auf meine Anweisungen millimeterweise vorwärts
arbeitet.
Als wir in Manassas ankamen,
hatte der Campingladen schon zu und wir parkten, um die Nacht dort zu
verbringen. Als wir unseren Coucherker
ausfuhren, war der Teppich wieder nass und uns wurde klar, dass da eine
Dichtung von unten nicht abdichtet, wenn das Regenwasser während der Fahrt hoch
spritzt. Am nächsten Morgen riefen wir
bei dem Händler in Frederick, Maryland an, wo wir das Wohnmobil gekauft hatten,
um einen Termin für den darauf folgenden Montag zu vereinbaren und dann
erledigten wir unsere Einkäufe bei Campingworld. Am späten Nachmittag rief Tommy (der
Sat-Anlage Mensch und Juniorchef der Firma) an und teilte uns mit, dass er nun
soweit sei, den Funksender wieder einzubauen.
Da es Freitag war und er seine Firma bereits verlassen hatte, bot er uns
an, auf seinem Grundstück, einer kleinen, ehemaligen Farm von 20 Hektar, zu
übernachten. Das war echt toll! Natur pur!
Lobo und ich gingen im Wald spazieren und genossen das Quaken der
Frösche an einem kleinen Weiher, während unsere Satanlage repariert wurde. Am Samstag morgen entschlossen wir uns
irgendwohin auf einen Campingplatz zu fahren, obwohl wir bis Montag hätten
bleiben können, um dann von der Farm aus zum Wohnmobilhändler zu fahren, damit
die Erkerdichtung repariert wird. Aber
nach fast einer Woche „wild campen“, waren unsere Abwassertanks zum bersten
voll und somit verließen wir die Farm am Samstag Mittag und steuerten auf einen
Campingplatz zu, um dort eine Nacht zu verbringen, Tanks zu entleeren,
Frischwasser nachzufüllen, Wäsche zu waschen und zu trocknen, etc.
Nachdem wir das alles erledigt hatten, fuhren wir nach Frederick zum
Händler, übernachteten zwischen hunderten von anderen Wohnmobilen und
Campinganhängern, die zum Verkauf angeboten wurden und am nächsten Morgen Punkt
8 Uhr wurde unsere Beanstandung begutachtet.
Man einigte sich auf eine vorläufige Schadensbehebung und den Termin für
eine aufwendige Reparatur 2 Wochen später lehnten wir ab, da wir bis dahin
wieder in Fort Wayne sein wollten und die Reparatur direkt beim Hersteller
vornehmen lassen konnten. Die
Crossroadsfabrik befindet sich in Topeka, Indiana nordwestlich von Fort Wayne, weniger
als eine Autostunde entfernt. Außerdem
war das Wetter viel besser geworden und wir konnten es bis zur endgültigen
Reparatur so einrichten, dass wir bei schlechtem Wetter nicht unterwegs sein
würden.
Es war der 11. April. Am 15. April musste unsere Steuer fertig sein
und nun hieß es, irgendwo unser Lager aufzuschlagen, um die leidige
Steuerangelegenheit aus der Welt zu schaffen.
-- Wir hatten im Oktober letzten Jahres in Gettysburg, Pennsylvania von
einem Camping Erholungszentrum 40 freie Campingtage als Werbegeschenk bekommen
und da wir nur wenige Kilometer von Gettysburg entfernt waren, fuhren wir
dorthin, machten unsere Steuer fertig und verließen den gastlichen Ort am 14.
April um nach Rhode Island zu fahren.
Keiner von uns beiden hatte diesen Bundesstaat je besucht und es war der
einzige Staat an der Ostküste, der uns in unserer Sammlung noch fehlte. Als wir losfuhren, merkten wir eine gewisse
Schwäche an den Bremsen des Wohnmobils, daher fuhren wir erst noch mal bei dem
Händler vorbei, um die Bremsen nachziehen zu lassen, bevor wir dann in Richtung
Rhode Island starteten. Erst wurde die
eine Seite mit dem Wagenheber hoch gewuchtet, die Bremsen wurden neu
eingestellt, dann kam die andere Seite dran.
Als der Mechaniker den Wagenheber ein zweites mal runterlassen wollte,
gab es einen lauten Knall und das Wohnmobil fiel runter und landete äußerst
unsanft auf den Rädern. Das hat meinem
Geschirr in den Schränken nicht so gut getan, alles war ziemlich durcheinander,
aber es war nichts kaputt (jedenfalls nicht in den Schränken, aber ich komme
später noch einmal auf diesen Vorfall zurück).
Unsere Reise nach Rhode Island
führte uns bei Sonne und kalten Temperaturen auf der I-81 durch Pennsylvania
über Harrisburg (=Hauptstadt von Pennsylvania),
Hazleton und Wilkes Barre / Scranton.
Ab Scranton ging es weiter auf der I-84 in östlicher Richtung nach New
York (Staat). Wir übernachteten auf
einem Truckstop in Newfoundland, Pennsylvania (Ausfahrt 17 auf der I-84) und
fuhren gegen Mittag weiter über Port Jervis, New York und Newburgh, New
York nach Connecticut. Nachdem wir in Connecticut die Städte
Danbury, Waterbury und Hartford (=Hauptstadt von Connecticut) durchquert hatten,
ging es über die I-384 und die US-6 bis Willimantic, wo wir auf einem Wal-Mart
Parkplatz übernachteten. Hinter Wal-Mart
gab es einen herrlichen Wald, wo Lobo und ich wunderschön spazieren gehen
konnten und am liebsten wäre ich noch länger dort geblieben, denn wir hatten
einen abgelegenen Stellplatz auf dem Parkplatz und es war einfach ruhig und
gemütlich (schwer vorstellbar bei einem Kaufhausparkplatz!) Am 16. 4. fuhren wir auf der US-6 bis Rhode
Island und dann auf kleinen Landstraßen (SR R-1, 94, 102, 3) Richtung Süden
nach Hope Valley zum „Whispering Pines RV Camp“, wo wir uns nach anfänglichen
Einparkschwierigkeiten für ein paar Tage häuslich nieder ließen. Unseren Aufenthalt in Rhode Island verbrachten wir mit Fahrten zum Strand nach
Westerly und am Atlantic entlang nach Narragansett und Black Point, wo wir im
„Hammerhead Grill“ eine absolut fantastische Seezunge serviert bekamen. Rhode Island war ganz anders als wir es uns
vorgestellt hatten, viel mehr Wald als wir gedacht hatten und die Küste war
ziemlich steinig, die Strände recht schmal, jedenfalls dort wo wir waren. Trotzdem hat es uns sehr gut gefallen und da
uns auch die Temperaturen und das Wetter freundlich gesinnt waren, war unsere
Reise nach Rhode Island ein wirklich schönes Erlebnis.
Rhode Island Fotos: 
Die Rückfahrt nach Fort Wayne, Indiana ging von Hope
Valley über die I-95 bis New Haven, Connecticut, dann über die US 34 bis
Danbury, wo wir wieder auf der I-84 landeten und in westlicher Richtung bis zur
I-80, südlich von Wilkes Barre, Pennsylvania, die gleiche Strecke zurück
fuhren, die wir gekommen waren. Wir
übernachteten an der I-80 in Milton, Pennsylvania auf einem Truckstop und ich
machte meine ersten Einparkversuche. Am
nächsten Tag wechselten wir uns mit dem Fahren öfters ab und jedes mal wenn ich
fuhr, gab es ein Gewitter.

Etwa 20 km östlich von DuBois, Pennsylvania überquerten
wir bei 685,80 m die höchste Erhebung
östlich des Mississippi (ein großes Schild machte uns auf diese Tatsache
aufmerksam). In Youngstown, Ohio tankten
wir an einem „Flying J Truckstop“, der
bei günstigen Spritpreisen auch noch ganz auf unsereins eingestellt war: besondere Zapfsäulen für Wohnmobile mit
gebührenfreien Abwassertankstationen und Frischwasserschläuchen. Wir nahmen das Angebot dankend an, wie auch
die kostenlose Möglichkeit Mitglied bei „Flying J Truckstop“ zu werden, um in
Zukunft billiger tanken zu können, wann immer wir auf unseren Fahrten auf einen
„Flying J Truckstop“ stoßen. Danach
fuhren wir über die I-76, US-224, US-250 und US-20 bis Monroeville, OH wo wir
hinter VANSON’S Restaurant übernachteten.
Da wir uns entschlossen hatten, die Sache mit der Dichtung unter dem
Erker unseres Wohnmobils vor unserer Rückkehr nach Fort Wayne in Ordnung
bringen zu lassen, hielten wir uns weiterhin nördlich auf unserer Fahrt quer
durch Ohio. Südöstlich von Toledo, Ohio
bogen wir auf die US-6 ab, auf der wir bis Indiana blieben. Kurz nachdem wir die Grenze nach Indiana
überquert hatten, sahen wir zwischen Butler und Waterloo einen höchst
ungewöhnlichen Flohmarkt am Straßenrand.
Auf dem Schild stand „Fly-in Flea Market und hinter dem Gebäude gab es
in der Tat einen Landeplatz für kleine Flugzeuge:
Flohmarkt Fotos (leider war der Flohmarkt nicht offen an
dem Tag als ich die Fotos aufnahm): 
Als wir in Topeka, Indiana (für Foto hier klicken) bei der Crossroadsfabrik ankamen,
konnten wir erst für Freitag früh um 5:30 Uhr einen Termin bekommen, um die
Dichtung reparieren zu lassen. Die haben
echt verrückte Arbeitszeiten! Das
erklärt sich dadurch, dass viele Amish dort arbeiten und das sind alles Bauern,
die dann am frühen Nachmittag auf ihre Felder gehen wollen, um dort ihrer
Ackerbaubewirtschaftung nachzugehen. Wir
sind nach Goshen gefahren, einer kleinen Stadt, nicht weit von Topeka entfernt
und haben uns dort bis Donnerstag Abend die Zeit vertrieben. Die Nacht zum Freitag haben wir neben der
Fabrik verbracht. Früh um 5:30 Uhr goß
es in Strömen und die Reparatur konnte nicht im Freien gemacht werden, also
fuhren wir unser Gespann zu einer
Fabrikhalle, wo wir abkoppelten und es den Fachleuten überließen, unser
rollendes Heim in die Fabrikhalle zu fahren.
Wir sind frühstücken gefahren und anschließend im Regen mit Lobo an
einem See spazieren gegangen.
Nachmittags konnten wir unser Gefährt wieder abholen und da es immer
noch stark regnete, war die Fahr nach Fort Wayne zu Michael, die Härteprüfung überhaupt für die
reparierte Erkerdichtung. Wir kamen
gegen 15 Uhr bei Michael an und die Spannung war groß, was uns nun erwarten
würde, wenn wir den Erker ausfuhren. Zu
unserer allergrößten Freude war der Teppich trocken!!! Aber unsere Freude war von kurzer Dauer. Ein paar Tage später, als sich Chuck bei
trockenem Wetter unter dem Wohnmobil anschauen wollte, wie das mit der neuen
Dichtung aussah, entdeckte er, dass der Stoßdämpfer auf der Seite, die in
Frederick vom Wagenheber gefallen war, kaputt war und einen der Reifen
beschädigt hatte.
Damit stand fest, wohin uns unsere erste Fahrt führen
würde, wenn wir im Mai wieder losfuhren.
In unseren Terminkalender merkten wir den 4. Mai für einen Besuch bei
Crossroads in Topeka vor und für den 3. Mai beschafften wir uns einen Termin in
einer Werkstatt in Elkhart, um die Radachsen vorher überprüfen zu lassen, denn
Crossroads ist dafür nicht ausgestattet und sie hatten und geraten, das vorher
machen zu lassen. Gott-sei-Dank war die
Fahrt nach Rhode Island und zurück nach Indiana trotz des beschädigten Reifens
ohne Panne verlaufen. Das waren ja gut
über 2000 km, wo wir irgendwo am Straßenrand hätten liegen bleiben können.
Die Tage in Fort Wayne verliefen wie im Fluge, mit Wäsche
waschen, nähen, Babysitting,
Gerichtsverhandlung (wegen des von Michael beantragten Sorgerechts als
Alleinerzieher der Kinder), putzen und ähnlichem. Michael und Chuck haben einen Ausflug nach
Elkhart gemacht, von wo sie mir aus
einem deutschen Geschäft Schwarzwälder Schinken und andere Leckereien
mitgebracht haben, während ich Michael für den Tag die Kinder abgenommen
habe. Die letzten Tage des Aprils brachten
auch noch einmal Schnee nach Fort Wayne, aber er blieb nicht lange liegen.
Unser Vagabundenleben verläuft, weiß Gott, nicht
langweilig, aber wo gehobelt wird, da fallen Späne und wir „hobeln“ halt recht
viel!
Wir bereuen unseren Entschluss dieses Leben
auszuprobieren nicht und die schönen Erlebnisse machen die Pannen wett.
Fortsetzung folgt, sobald es wieder etwas Neues zu
berichten gibt.
Hier geht’s zum Anfang des Reiseberichts
Hier geht’s zu den anderen Journaleintragungen