Aprilwetter in
Deutschland
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    Vielleicht sollte ich, bevor ich mit dem Reisebericht
    fortfahre, für alle nicht Eingeweihten die familiären
    Beziehungen der in diesem Bericht namentlich Erwähnten
    erläutern:

    In Diedorf wohnt meine Schwester „Jeanette“ mit ihrem
    Mann „Klaus“ und ihrer jüngeren Tochter „Nadine“. Die
    Katzen „Trixi“ und „Susi“ gehören auch mit zur Familie.  
    „Kristin“, die ältere Tochter der beiden wohnt schon so halb
    bis ganz bei ihrem Tom in Augsburg.

    In Altenstadt/Iller wohnt unsere Mutti/Oma und ihre
    Schwester „Tante Anna“.  Altenstadt liegt nur ein paar
    Kilometer von Erolzheim entfernt, allerdings auf der
    bayrischen Seite der Iller.  

    Erolzheim ist in Baden Württemberg und dort wohnt meine
    jüngste Schwester „Angelika“, allgemein bekannt als „Geli“,
    sowie ihr Mann „Egon“, Tochter „Julia“, Sohn „Tim“ und
    „Scotty“, der Golden Retriever.

    Und nun zurück zum Reisebericht:

    Am 1. April fuhren Jeanette, Klaus und ich gemeinsam von
    Diedorf nach Altenstadt, wo ich die polnische Altenpflegerin
    Barbara (siehe Foto) kennen lernte, die sich im mehr oder
    weniger monatlichen Turnus mit einer anderen Polin
    abwechselnd, um unsere Mutti/Oma und „Tante Anna“  
    kümmert.  Ich war sehr angenehm überrascht, wie gut
    Mutti, trotz ihrer mannigfaltigen gesundheitlichen Probleme,
    aussah und sehr glücklich darüber, dass sie mich auch
    erkannte und meistens wusste wer ich bin.  Wir tranken Tee
    und aßen Kuchen, den ich auf der Hinfahrt unterwegs noch
    besorgt hatte und später am Nachmittag holte mich Egon
(Bitte Bilder anklicken,
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).
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    ab und wir fuhren nach Erolzheim, wo am nächsten Morgen Tims Konfirmation stattfinden
    sollte.  Jeanette und Klaus blieben in Altenstadt und übernachteten im Gasthof „Zur
    Sonne“, wo sich am Abend Jeanettes Klassenkameraden aus der Volksschule zu einem
    schon lang geplanten Klassentreffen einfanden, das bis etwa morgens früh um 3 Uhr
    dauerte.  Jeanette wirkte dann auch leicht übernächtigt, als ich sie am nächsten Morgen
    in der Kirche wieder sah.  Nadine, die am Sonntagmorgen mit Kristin und Tom von
    Augsburg, bzw. Diedorf eingetroffen war, hatte auch ein wenig zu lang vom Samstag in
    den Sonntag hinein gefeiert und schien ihre Bekanntschaft mit dem „Katzenjammer’ nicht
    sehr zu genießen.

    Der Konfirmationsgottesdienst war sehr stimmungsvoll gestaltet und die kleine Gruppe
    von sechs Konfirmanden beteiligte sich an den Sketchen zum Schwerpunktthema „Was
    ist der Mensch?“.  Anstelle der früher üblichen Konfirmationsprüfung, stellten die
    Konfirmanden in einem „Vorstellungsgottesdienst“ dar, was sie im
    Konfirmandenunterricht gelernt hatten.   Nach dem Gottesdienst fanden wir uns alle im
    Restaurant des Schlosshotels Erolzheim zu einem festlichen Mahl ein (siehe Fotos).  Der
    Pfarrer und seine Frau zählten zu den geladenen Gästen.  Die servierten Köstlichkeiten
    machten es mir fast unmöglich, mich an meine Diabetikerdiät zu halten, somit war ich
    recht froh, dass ich mir schon vorab eine zweitägige „Diät-Pause“ genehmigt hatte.  Am
    Nachmittag gab es himmlische Kuchen und Leckereien zuhause bei Geli und Egon und am
    Abend, nachdem wir Mutti und Tante Anna zurück nach Altenstadt gebracht hatten,
    fuhren wir wieder zurück nach Diedorf, damit ich noch ein paar Tage mit Jeanette
    verbringen konnte, bevor für sie der Ernst des Lebens, in Form von Nachtdienst, wieder
    beginnen würde.  Leider wurde sie dann aber krank und sie konnte sich an unseren
    gemeinsamen Stunden nicht so voll und ganz erfreuen.  Ich erledigte in den folgenden
    Tagen etliche Einkäufe in Augsburg und am Mittwoch ging’s für mich über Altenstadt und
    einem kurzen Besuch bei Mutti und Tante Anna zurück nach Erolzheim, um die restlichen
    paar Tage meines Deutschlandbesuches mit Geli, Egon, Julia, Tim und Scotty verbringen
    zu können.

    In Erolzheim, wie schon vorher in Diedorf, wurde ich bekocht und verwöhnt und es war
    manchmal sehr schwer, meine  Diät einzuhalten.  Scotty und ich machten am Vormittag,
    wenn alle auf der Arbeit oder in der Schule waren, bei typisch deutschem Aprilwetter
    Spaziergänge im Wald und nachmittags, wenn alle wieder daheim waren, wurde
    geplaudert, gegessen, im Garten gebuddelt oder wir besuchten Mutti und Tante Anna in
    Altenstadt und spielten Karten mit ihnen.  An einem Abend lud ich alle zum Essen im
    Gasthaus Krone in Illertissen ein und am 11. April brachte mich Geli nach Krumbach, wo
    wir uns mit Jeanette und Klaus in einer Eisdiele trafen.  Nachdem wir uns einen Berg
    Spaghetti Eis geteilt hatten, fuhr Geli heim nach Erolzheim und Jeanette und Klaus
    nahmen mich mit zurück nach Diedorf, denn am nächsten Tag flog mein Flieger wieder
    zurück über den großen Teich.  Für meinen letzten Abend in Deutschland lud ich alle, d. h.
    Jeanette, Klaus, Nadine, Kristin und Tom zu El Greco in Neusäß  zum essen ein und am
    nächsten Morgen wurde ich mit großer Entourage nach München zum Flughafen gefahren,
    wo wir voneinander Abschied nehmen mußten.  Der Rückflug  über Chicago, Denver nach
    El Paso war für mich bis Chicago einfach großartig:  Ich hatte 3 Sitzplätze in der Mitte
    für mich ganz alleine, einschließlich 3 Kissen und 3 Decken.  Ich habe es mir bequem
    gemacht und sogar das eine oder andere Nickerchen genossen zwischen ein paar recht
    guten Spielfilmen.  Die anderen Flüge waren weniger angenehm und der Flughafen in
    Chicago war Chaos pur.  Die Koffer kamen ewig nicht, beim Zoll war ein Gedränge, dass
    man nicht durchkam, an den Sicherheitskontrollen zu meinem Abflugsteig nach Denver
    war so eine lange Schlange, dass ich deswegen beinahe noch meinen Anschlussflug
    verpasst hätte.  Gerade noch so auf den letzten Drücker habe ich es geschafft.  Zu
    meinem größten Erstaunen kamen auch meine Koffer in El Paso an.  Nach dem Chaos in
    Chicago, wo ich die Koffer durch den Zoll bringen musste und dann neu aufgeben musste,
    war das wahrhaft ein Wunder, denn ich wurde angewiesen, die Koffer einfach in einem
    Raum stehen zu lassen, wo schon hunderte von Koffern einfach nur so herum standen und
    das „Kofferpersonal“ gar nicht nachkam, sie auf die entsprechenden Förderbänder zu
    verteilen.  Aber Wunder über Wunder, alles kam heil in El Paso an, sogar ich.  Chuck  und
    Lobo empfingen mich freudig mit Blumen und Schwanz wedelnd, jeder so auf seine Art.  
    Wir fuhren zurück zum Campingplatz von White Sands Missile Range zu unserem
    Wohnmobil, welches die beiden während meiner Abwesenheit gut behütet hatten, wenn
    es auch manchmal wegen der starken Winde, die gelegentlich von den Organ Mountains
    herunterwehten, beinahe umgeworfen worden war.  

    Statt schöne Stunden zu genießen, so wie ich in Deutschland, musste sich Chuck während
    meiner Abwesenheit tagelang mit UPS herumärgern, da ich vor meiner Abreise etwas
    bestellt hatte, das von UPS geliefert werden sollte und UPS behauptete, die
    Lieferadresse nicht ausfindig machen zu können.  Dann war der Laptop kaputt gegangen,
    da gab es Schwierigkeiten mit FedEx, weil Hewlett Packard den Laptop immer wieder in
    Stafford, Virginia von FedEx abholen lassen wollte, egal wie oft Chuck ihnen erklärte,
    dass wir dort seit 2 Jahren nicht mehr wohnen. Als dann der Laptop endlich abgeholt,
    repariert und zurück geschickt worden war, war er nur halb zusammen geschraubt und
    „kaputter“ als zuvor.  Da fing das ganze Spiel noch einmal von vorne an.

    Nach meiner Rückkehr am 12. April von Deutschland blieben wir über Ostern  noch in
    White Sands.  Am 18. April verlegten wir unseren Standort noch einmal kurz zum
    Holloman AFB Campingplatz, wo wir überwintert hatten.  Von dort aus nahmen wir noch
    ein paar Arzttermine wahr und zogen dann am 20. April um zum Percha Dam State Park,
    südlich von „Truth or Consequences, New Mexiko“, in der Annahme, dass wir nun, mit
    Ausnahme eines Termins am 25. April, die Rennerei zu den Ärzten hinter uns hätten.   
    Meine Ärztin war am 14. April so erfreut gewesen von meinen Blutzuckerwerten, dass
    sie mein Glucosemedikament absetzte und nachdem meine Diät auch meinen Blutdruck
    sehr, sehr niedrig zu halten schien, wurde das Blutdruckmedikament auch abgesetzt
    unter der Voraussetzung, dass ich meinen Blutdruck vorläufig noch mehrmals am Tag
    messe.  Alles lief vorerst wunderbar!

    Percha Dam State Park liegt direkt am Rio Grande und wir fanden einen sehr schönen
    Stellplatz.  Ein Ehepaar aus Hamburg (siehe Fotos), das sich, wie man uns erzählte, für 5
    Monate auf großer Amerika Tournee befindet, hatte diesen State Park auch entdeckt.  
    Leider vergaßen wir sie nach ihren Namen zu fragen. Somit bleiben sie hier ganz anonym,
    abgesehen vom Nummernschild auf ihrem Wohnmobil.  Aber vielleicht lesen sie ja diese
    Zeilen (sie haben unsere Webseitenadresse) und wir würden uns freuen, wenn sie sich in
    unserem Gästebuch verewigen würden.

    Dick besuchte uns öfters und als er das erste mal kam, zeigten wir ihm einen tollen Platz
    für sein Zelt, den wir bei einem unserer Ausflüge am Rio Grande entlang entdeckt
    hatten (siehe Fotos).  Dieses schöne Fleckchen gehört zum Caballo Lake State Park,
    einen Steinwurf entfernt vom Percha Dam State Park.  Dick war begeistert, was wir da
    für ihn entdeckt hatten und beschloss, bald wieder zu kommen, um dort zu zelten.  Bei
    seinem ersten Besuch blieb er aber bei uns und am nächsten Tag zog Dick mit seinem
    Fernglas aus zum „Bosque del Apache“, einem Vogelschutzgebiet nördlich vom Percha
    Damm.  Wir verabredeten uns für den späten Nachmittag im „Owl Bar & Café“ in San
    Antonio, New Mexiko (wir berichteten von diesem Lokal im Dezember 2005
    Reisebericht) und fuhren zu dem bereits erwähnten Arzttermin in Alamogordo und
    anschließend weiter in Richtung Carrizozo.  Als wir in Carrizozo ankamen, war es noch zu
    früh, um gleich nach San Antonio weiter zu fahren, somit machten wir einen Abstecher
    nach White Oaks (siehe Fotos), einer Geisterstadt, die wir schon einmal vor vielen
    Jahren besucht hatten, als wir noch in New Mexiko wohnten.  Wir waren ziemlich
    überrascht, als wir feststellen mussten, dass diese Geisterstadt genau gesehen
    eigentlich diesen Namen nicht mehr verdient, denn die „Stadt“ beginnt sich wieder zu
    beleben.  Es wohnen wieder Menschen dort! Noch nicht viele, aber wer weiß, vielleicht
    sind es bald genug, um die Geister zu vertreiben.

    Nach unserem Abstecher in die sich wiederbelebende Vergangenheit von White Oaks,
    ging es weiter nach San Antonio, wo wir Dick am Tresen im „Owl Bar & Café“ beim
    zweiten oder dritten Bier vorfanden.  Er war viel früher als verabredet in San Antonio
    angekommen und vertrieb sich die Zeit damit, mit der Bedienung zu shakern.  Unsere
    „Green Chile Cheeseburger“ waren wie immer fantastisch und als wir gesättigt waren,
    fuhren wir zurück zum Percha Damm, wo wir mit einem Lagefeuer den Abend ausklingen
    ließen.

    Die Gegend entlang des Rio Grande ist nicht nur im „Bosque del Apache“ ein
    Vogelparadies.  Auch am Percha Damm und Caballo Lake Damm sieht man viele
    Vogelfreunde mit ihren Ferngläsern umherwandern und auch wir Laien kommen in den
    Genuss, die farbenprächtigsten und ungewöhnlichsten Vögel zu sehen, wenn wir auch
    nicht wissen, wie sie heißen.  Dick ist ein begeisterter Vogelfreund, kennt die meisten bei
    Namen und weiß alle möglichen interessanten Dinge über diese oder jene Vogelart zu
    berichten.  
    Bei seinem zweiten Besuch baute Dick sein Zelt an dem schönen Plätzchen, das wir
    entdeckt hatten, auf und er blieb ein paar Tage.  Wir besuchten uns gegenseitig und
    grillten (siehe Fotos), saßen am Lagerfeuer und Lobo hatte Spaß im Rio Grande.  Alles
    hätte eitel Sonnenschein sein können aber ganz plötzlich und ohne ersichtlichen Grund,
    machte mein Blutdruck große Scherereien.
    Ich rief meine Klinik an, aber die konnten mir keinen Termin geben und sie gaben mir eine
    Überweisung zu einer anderen Klinik in Alamogordo.  Ich fuhr dorthin und im
    Wartezimmer wurde mir nach einer Weile ganz komisch, ich hatte einen hochroten Kopf,
    tränende Augen, schreckliche Kopfschmerzen und ich ging auf die Toilette, hab’ meinen
    Blutdruck dort gemessen (ich hatte mein Messgerät mitgenommen) und es hat 227 zu
    133 gemessen.  Puls war 109.  Ich hab’ gedacht, ich fall in Ohnmacht!  Dann bin ich raus zu
    den Damen an der Rezeption und hab es ihnen gesagt.  Sofort kam jemand mit einem
    Messgerät und da war der Blutdruck gleich noch ein paar Grad höher.  Ich wurde sofort
    auf einen Tisch gelegt, dann kam der Krankenwagen und brachte mich in die
    Notaufnahme im Krankenhaus, wo man mich den ganzen Nachmittag untersuchte, Blut
    abzapfte, EKG machte, Urin untersuchte und was noch nicht alles. Den Blutdruck haben
    sie dann medikamentös auf 119 zu 80 herunter gekriegt, aber den Grund für das
    Malheur haben sie nicht herausgefunden.  Als der Blutdruck wieder normal war und der
    Arzt meine  Reflexe überprüft hatte und mich beim Laufen beobachtet hatte und
    massenhaft Fragen gestellt hatte, durfte ich wieder heimfahren. Am nächsten Morgen
    war mein Blutdruck wieder oben, zwar nicht ganz so hoch, aber doch höher als allgemein
    erwünscht und ich habe meine Klinik angerufen, aber meine Ärztin war immer noch nicht
    da.  Man sagte mir, ich solle wieder in die Notaufnahme fahren und am Montag dann zur
    Ärztin kommen, bis dahin würde sie zurück sein. Chuck hat mich wieder in die
    Notaufnahme gefahren, die haben den Blutdruck wieder runter gebracht und mir
    Medizin aufgeschrieben, die mein normales Blutdruckmedikament über's Wochenende
    unterstützen sollte, bis ich dann am Montag zu meiner Ärztin gehen konnte, damit die
    Medikamente neu dosiert und eingestellt werden konnten.  Eine lange Liste von weiteren
    Untersuchungen, die meine Ärztin veranlasste, hat bis jetzt auch nichts erbracht, was
    den plötzlichen Blutdruckanstieg erklären könnte.  Meine Vermutung ist, dass ich auf ein
    Entzündung hemmendes Medikament, welches mir kurz vor dem Schlammassel
    verschrieben worden war, reagierte.  Meine Ärztin will sich diesbezüglich nicht
    festlegen, aber mit einer besseren Erklärung konnte sie bisher auch nicht aufwarten.
    Die ganze Geschichte hat uns einen ziemlichen Schreck eingejagt und auch unsere
    Reisepläne etwas durcheinander gebracht.  Ende April wollten wir längst von New
    Mexiko weg sein, aber es kam anders als geplant!

    Und so ging wieder ein Monat zu ende und wie es weitergeht, erfahrt Ihr im nächsten
    Reisebericht.

    Fortsetzung folgt….


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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht April 2006